Schwarmkünstler! Heute: Jürgen!

Frisch eingetroffene Comics zu Hause zum ersten Mal aufzuschlagen und gleich mit dem Lesen anzufangen, das ist die Lieblingsbeschäftigung von Jürgen. Wir hoffen sehr, dass er dafür trotz seines immensen Einsatzes bei Strich-Code noch genügend Zeit hat.
Manche Fragen unseres Fragebogens hat Jürgen rigoros gestrichen. Da kannte er kein Pardon, was aber auch kein Wunder ist, denn Jürgen ist Chefredakteur der Zeitschriften c’t Hacks und c’t Fotografie. Wahrscheinlich macht er den ganzen Tag nichts anderes, als Texte zusammenzustreichen und zu kürzen. Zum Glück fanden aber doch noch etliche Fragen seine Gnade!
„Ich bewundere oft, wie Künstler ihr Leben meistern und ihre Ziele verfolgen.“ sagt Jürgen, für den Kunst vor allem Vielfalt, Veränderung und Bereicherung ist. Winsor McCay, Dante, Botticelli, Leonardo und Peter Weiss bezeichnet er als seine Lieblingskünstler in der Geschichte. Je nach aktueller Lebenssituation berühren ihn generell ganz unterschiedliche Kunstwerke – quer durch Stil, Medium und Epochen. Ihn spricht Kunst dann an, wenn sie aus sich selbst heraus existiert. Kunstwerke, die nur mit mehreren Seiten Text in der Hand zu verstehen sind, gehören nicht dazu.
Sollte die Freiheit der Kunst Grenzen haben, war unsere Frage. Jürgens Antwort: „Mama, muss ich schon wieder machen, was ich will?“ Wirklich große, die Zeit überdauernde Kunst wurde fast immer unter Zwängen geschaffen, sagt er, und sie stieß im Entstehungsprozess an enge Grenzen.
Vor Strich-Code hatte sich Jürgen noch nicht mit der sozialen Lage von Sexanbieterinnen beschäftigt. Diese Problematik wurde ihm erst durch Strich-Code bewusst. Sowieso findet er, dass die Teilnehmer an dem Schwarmkunstprojekt viele unterschiedliche Erkenntnisse gewinnen, wenn sie  zusammen mit dem Künstler dessen Ziele umsetzen.
Jürgen antwortete auf die Frage, ob Kunst für ihn wichtig sei, mit einem Spruch von Loriot (der sich eigentlich auf Loriots Lieblingshunde, die Möpse,  bezieht): „Ein Leben ohne Kunst ist möglich, aber sinnlos“. Insofern hat sein Leben dieser Tage unendlich viel Sinn, denn Jürgen ist mit viel Elan dabei, wenn es darum geht, sich bei Strich-Code zu engagieren.. Ist er ansonsten auch künstlerisch tätig? Er meint nein, seine Freunde und Bekannten widersprechen ihm jedoch. Wir auch! Das Entwickeln und Herausbringen immer neuer Zeitschriften ist doch durchaus ein kreativer und künstlerischer Akt.
Jürgens Lebensmotto ist: „Alles fließt!“ Nach unserer schon so langen gemeinsamen Etikettierzeit wird er dieses Zitat von Heraklit aber sicher bald  umschreiben in „Alles klebt!“

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