Schwarmkünstler! Heute: Stephan!

Etwa seit Mitte der Schwarmkunstaktion ist auch Stephan dabei. Er ist ein guter Freund von Tim und wurde von ihm mit dem Etikettenklebevirus infiziert. Stephan ist inzwischen schon so sehr Teil des Schwarms geworden, dass man ihn als Individuum fast übersehen könnte. So wie ein einzelner Hering in einem Heringsschwarm – ohne die Schwärmer oder gar Stephan mit Heringen vergleichen zu wollen! Nichts liegt uns ferner! (Nebenbei bemerkt mögen wir Heringe sehr gerne!)  Wir übersehen Stephan natürlich nie, denn er ist uns mit seiner freundlichen, ruhigen, zuverlässigen und gewissenhaften Art mittlerweise wirklich richtig ans Herz gewachsen. Auch bei der Straßenbahn-Klebeaktion war Stephan ein fleißiger und somit sehr wichtiger Teil des Schwarms.
Stephan glaubt an das Gute im Menschen und kommt auch mit jedem gut zurecht. Die Krankenhausstationen, wo er als Krankenpfleger tätig ist, können sich glücklich schätzen, ihn in ihren Reihen zu haben. Genauso wie die Schwarmkünstler.

Wir freuen uns, dass Du bei uns mitschwimmst, Stephan!

Schwarmkünstler! Heute: Ellen!

Eine Schwärmerin der ersten Stunde ist Ellen. Nicht nur, dass sie die Mutter von Kerstin ist, sie ist auch ein erklärter Fan der Schwarmkunst.
An vielen Aktionstagen konnte man Ellen sehen, wenn sie sich ausdauernd und hingebungsvoll dem Etikettenkleben widmete. Egal, ob das Kreuz weh tat oder die Hände schmerzten, Ellen ließ sich nicht beirren. Immer, wenn Not am Mann war, konnte sich der Schwarm auf sie, ihren Elan und (auch nicht unwichtig bei solchen Aktionen) ihr Organisationstalent verlassen. Und nicht nur das! Oft hatte sie auch ihre Freundinnen im Schlepptau, die begeistert mithalfen. Ein riesiges Dankeschön an dieser Stelle auch an Renate, Karin, Marion und alle, die wir jetzt hier vergessen haben.
Wer Ellen kennengelernt hat, weiß, woher Kerstin diese unerschöpfliche Energie hat! Ein tolles Team! Wir schwärmen für Euch!

Schwarmkünstler! Heute: Familie M.!

In der Nähe der Kreuzkirche wohnen Herr und Frau M. mit ihren drei Kindern. Als der Schwarm die Etikettenspur rund um die Kreuzkirche klebte, wurde Familie M. infiziert und ist seitdem im Schwarm dabei.
Unglaublich finden wir, mit welcher Engelsgeduld die Kinder Etiketten kleben! Zwei Stunden am Stück sind für die netten Kids gar nichts – und das auch noch hochkonzentriert und hingebungsvoll. Und da heißt es immer, die Kinder von heute können sich nur noch sieben Minuten lang konzentrieren! Da kannten die Statistiker wohl die Kinder der Familie M. nicht! In der Tabledance-Bar durften die Kinder allerdings nicht mitkleben. Da waren nur die erwachsenen Schwarmkünstler am Werk. Ein sehr fleißiger Schwarmkünstler war dort z.B. Herr M., der immer mit einem breiten Grinsen Etiketten klebte. Ob das an der guten Stimmung im Schwarm lag oder an diesem doch eher ungewöhnlichen Ort für Kunst – wer weiß!?
Ein tolles Angebot für Strich-Code kam von Frau M., die sehr gut englisch spricht und sich gerne bereit erklärt hat, am Eröffnungstag für die englischsprachigen Besucher zu dolmetschen. Strich-Code heißt auf englisch „bar-code“, ein Wort, das in die Tabledance-Bar ja auch passt wie die Faust aufs Auge!
„We are family!“ haben Sister Sledge mal gesungen, ein Song, den der Schwarm mit der sympathischen Familie M. in seinen Reihen glatt als Schwarmkunsthymne übernehmen könnte!

Sexarbeiterinnen: Thalia und Dassy

Es ist an der Zeit, auch endlich einmal ein paar Worte über Thalia und Dassy zu schreiben!
Diese beiden üben ganz selbstbestimmt einen Beruf aus, den wir gemeinhin immer als Sexarbeit bezeichnen, wobei Thalia es bevorzugt, sich  „Geliebte auf Zeit“ zu nennen. Ob Dassy ihren Beruf auch so nennen würde, wissen wir nicht, denn sie spricht nur bulgarisch, eine Sprache, die wir leider nicht beherrschen. Demnächst besorgt uns Phoenix aber ein Lexikon, so dass wir auch ohne die Hilfe der lieben Betty, für die wir uns herzlich bedanken, mit Dassy kommunizieren können.

Beide, Thalia und Dassy, sind sehr oft mit im Schwarm unterwegs gewesen, haben mit Begeisterung Etiketten geklebt und mit ihrer herzlichen und sympathischen Art
Freunde gewonnen. Die geklebten Herzen und Blumen von Dassy haben so manchen zum Schmunzeln gebracht!

Thalia hat inzwischen schon zwei sehr ehrliche Interviews für die HAZ gegeben. Selbstbewusst und ohne Angst vor der öffentlichen Meinung setzt sie sich für Frauen ihres Berufes ein. Noch dazu ist sie bei allen Absprachen sehr zuverlässig, eine Eigenschäft, die wir sehr zu schätzen wissen!
Es ist schön, von den beiden zu hören, dass ihre Familien voll hinter ihnen
stehen.

Sowohl Thalia als auch Dassy werden in der Ausstellungsphase von Strich-Code regelmäßig im fiktiven Rotlichtbezirk im Innenhof des Historischen Museums posieren.
Was sie wohl am Ende berichten werden? Wie werden die Reaktionen der Besucher sein?
Wie werden ihre eigenen Empfindungen sein, sich so dem Publikum zu zeigen?

Wir finden es von beiden ungeheuer mutig, sich und ihren Beruf so im Licht der Öffentlichkeit zu präsentieren, sie sind sozusagen richtige „Vorzeige-Sexarbeiterinnen“, die hoffentlich helfen werden, Schubladen zu öffnen und Vorurteile abzubauen.

Wir haben die beiden sehr gerne im Team, freuen uns, sie kennengelernt zu haben
und hoffen, dass alle ihre Wünsche und Träume für ihr Leben und ihre Arbeit in Erfüllung
gehen mögen!

Schwarmkünstler! Heute: Dennis!

Über Schwarmkünstler Dennis gibt es sicher sehr viel zu berichten, fast das Wichtigste für den Schwarm ist aber, dass er über 1,90m groß ist. Diese Körpergröße „verdonnert“ ihn dazu, alle Arbeiten, für die andere schon eine Leiter benötigen, zu übernehmen – was er aber auch sehr gerne tut!
Dennis ist Flugbegleiter und deshalb das Arbeiten in großer Höhe gewohnt. Schnell, konzentriert und detailverliebt pappt Dennis ruck-zuck auch die entlegensten Stellen mit Etiketten voll. Aber auch seine Mitschwärmer müssen immer wieder darauf gefasst sein, von Dennis mal eben ein Preisetikett angeklebt zu bekommen, Dennis hat nämlich einen ausgeprägten Sinn für Humor, ist immer bereit, einen Witz zu machen und entdeckt Situationskomik, wo sie sich stellt. Dann kann es auch mal sein, dass er mal eben an der Stange in der Tabledance-Bar posiert.
Wir freuen uns, mit Dennis einen Gute-Laune-Verbreiter und Höhenkleber ohnegleichen im Schwarm zu haben! Willkommen an Bord des Strich-Code-Schwarms, Dennis!

Schwarmkünstler! Heute: Susanne!

Susanne ist ein wichtiger Teil des Strich-Code-Motors! Ohne ihre Fähigkeiten als Journalistin wären Konzept, Flyer und Katalog kaum möglich gewesen. Sie vertritt mit Kerstin Strich-Code nach außen. Am liebsten ist sie „Wegbereiterin“. Dafür telefoniert und mailt sie stundenlang, sei es mit möglichen Sponsoren und Kooperationspartnern oder sie recherchiert, ob Etiketten auf Gehwege geklebt werden dürfen und sorgt zum Beispiel dafür, Strich-Code auch beim Entdeckertag anzukündigen. Wenn sie nicht gerade etwas schreibt oder organisiert, klebt sie auch noch Etiketten.Toll!

Susanne ist das Ying, das dem Yang ansonsten sehr gefehlt hätte. Wir lieben sie für ihre Menschlichkeit und ihre Verlässlichkeit, und wir freuen uns, noch viele weitere Projekte mit ihr zu verwirklichen!

Atelier Dreieck (Kerstin und Petra)

Schwarmkünstler! Heute: Bernadette!

„Werde glücklich,dann kannst du andere glücklich machen“, das ist das Lebensmotto von Bernadette. Wenn man sie so anguckt, wie sie fröhlich mit dem Schwarm umherzieht und Etiketten klebt, dann sieht sie schon sehr glücklich aus. Insofern können wir davon ausgehen, dass ihr Glück auf uns alle abstrahlt. Wie schön! Tatsächlich scheint es für alle Schwarmkünstler ein Glück zu sein, bei Strich-Code dabei zu sein und mitkleben und mitgestalten zu können. Was wiederum für uns das reinste Glück ist!
Picasso ist Bernadettes Lieblingskünstler. Bilder, die die Natur und das Leben zeigen, sprechen sie am meisten an. Kunst gehört für sie unbedingt dazu, wenn sie von Lebensqualität spricht. Auf die Frage, ob sie selber künstlerisch tätig ist, verweist sie auf ihre Aquarellmalerei, auf Floristik und Dekorationen. Einen Traum hat sie auch: sie würde furchtbar gern die Natur so wunderbar zeichnen können, wie sie sie sieht. Und dann zeichnend die Welt bereisen, das wär’s doch!
Schwarmkunst ist für Bernadette eine lebendige Art, Kunst zu begegnen, Kontakte zu knüpfen und Ziele weiterzugeben, sagt sie.
Bernadette ist Kinderpflegerin. Sie liebt es, mit Kindern zu lachen, im Garten und in der Natur zu sein. Na ja, mit viel Natur können wir dieser Tage nicht wirklich dienen, aber gelacht wird im Schwarm ohne Ende. Da ist Bernadette mit ihrer Lebendigkeit, ihrer Fröhlichkeit und ihrem Humor genau an der richtigen Stelle.

Schwarmkünstler! Heute: Jürgen!

Frisch eingetroffene Comics zu Hause zum ersten Mal aufzuschlagen und gleich mit dem Lesen anzufangen, das ist die Lieblingsbeschäftigung von Jürgen. Wir hoffen sehr, dass er dafür trotz seines immensen Einsatzes bei Strich-Code noch genügend Zeit hat.
Manche Fragen unseres Fragebogens hat Jürgen rigoros gestrichen. Da kannte er kein Pardon, was aber auch kein Wunder ist, denn Jürgen ist Chefredakteur der Zeitschriften c’t Hacks und c’t Fotografie. Wahrscheinlich macht er den ganzen Tag nichts anderes, als Texte zusammenzustreichen und zu kürzen. Zum Glück fanden aber doch noch etliche Fragen seine Gnade!
„Ich bewundere oft, wie Künstler ihr Leben meistern und ihre Ziele verfolgen.“ sagt Jürgen, für den Kunst vor allem Vielfalt, Veränderung und Bereicherung ist. Winsor McCay, Dante, Botticelli, Leonardo und Peter Weiss bezeichnet er als seine Lieblingskünstler in der Geschichte. Je nach aktueller Lebenssituation berühren ihn generell ganz unterschiedliche Kunstwerke – quer durch Stil, Medium und Epochen. Ihn spricht Kunst dann an, wenn sie aus sich selbst heraus existiert. Kunstwerke, die nur mit mehreren Seiten Text in der Hand zu verstehen sind, gehören nicht dazu.
Sollte die Freiheit der Kunst Grenzen haben, war unsere Frage. Jürgens Antwort: „Mama, muss ich schon wieder machen, was ich will?“ Wirklich große, die Zeit überdauernde Kunst wurde fast immer unter Zwängen geschaffen, sagt er, und sie stieß im Entstehungsprozess an enge Grenzen.
Vor Strich-Code hatte sich Jürgen noch nicht mit der sozialen Lage von Sexanbieterinnen beschäftigt. Diese Problematik wurde ihm erst durch Strich-Code bewusst. Sowieso findet er, dass die Teilnehmer an dem Schwarmkunstprojekt viele unterschiedliche Erkenntnisse gewinnen, wenn sie  zusammen mit dem Künstler dessen Ziele umsetzen.
Jürgen antwortete auf die Frage, ob Kunst für ihn wichtig sei, mit einem Spruch von Loriot (der sich eigentlich auf Loriots Lieblingshunde, die Möpse,  bezieht): „Ein Leben ohne Kunst ist möglich, aber sinnlos“. Insofern hat sein Leben dieser Tage unendlich viel Sinn, denn Jürgen ist mit viel Elan dabei, wenn es darum geht, sich bei Strich-Code zu engagieren.. Ist er ansonsten auch künstlerisch tätig? Er meint nein, seine Freunde und Bekannten widersprechen ihm jedoch. Wir auch! Das Entwickeln und Herausbringen immer neuer Zeitschriften ist doch durchaus ein kreativer und künstlerischer Akt.
Jürgens Lebensmotto ist: „Alles fließt!“ Nach unserer schon so langen gemeinsamen Etikettierzeit wird er dieses Zitat von Heraklit aber sicher bald  umschreiben in „Alles klebt!“

Schwarmkünstler! Heute: Tim!

Kann man Tim als Entdecker bezeichnen? Vielleicht! Eines seiner Hobbies ist  jedenfalls Geocaching, wo er  Schatzdosen sucht. und bestimmt auch oft entdeckt. In Hannover hat Tim, der sich selbst als wissbegierig, spontan und begeisterungsfähig bezeichnet,  gerade die Schwarmkunst für sich entdeckt – und dafür braucht er noch nicht einmal die Koordinaten!
Er mag es, mit Freunden zusammen aktiv zu sein, eine Leidenschaft, die er im Schwarm voll ausleben kann! Schwarmkunst ist für ihn eine coole Kunstform,  um sich gemeinsam kreativ betätigten zu können,  Entspannung pur und ein Riesenspaß.
Von Beruf ist Tim Strategischer Einkäufer. Sein Traum vom Glück beinhaltet u. a. lebenslanges Lernen, immer neue Erfahrungen und ein glückliches und sorgenfreies Leben. Für all das drücken wir ihm die Daumen!
Vincent Van Gogh, Hundertwasser, Edvard Munch, Pablo Picasso, Keith Haring, Nici de Saint  Phalle und Babara Bauer – alles Künstler, die er sehr mag. Wenn man Tim z. B. im Sprengel Museum oder in der Kestner Gesellschaft treffen wollte, würde man ihn wohl  bei der Modern Art finden.
Kunst soll ihre Freiheiten genießen dürfen, meint Tim, und auf unsere Frage, ob Kunst soziale Missstände aufdecken kann, antwortet er: „Da ich u.a. auch Fotografie, Film, Theater, Kabarett und Co. zu Kunst hinzuzähle, denke ich, dass Kunst sehr gut zum Denken anregen und so auch auf alle Fälle Missstände aufdecken kann…“
Nach seinem Lebensmotto gefragt, hat Tim gleich drei zur Auswahl:

„Meine Motivation für Wissen ist Nichtwissen.“
„Du sollst das Gute ehren und das Schlechte verwehren, denn nur wer das Gute ehrt, der wird auch davon ernährt.“
„Der Optimist irrt sich genauso oft wie der Pessimist, nur der Optimist hat viel mehr Spaß dabei.“Kunst ist für Tim sehr wichtig, ist für ihn Kultur und Inspiration. Selber künstlerisch tätig ist Tim eher selten. Auch Musik macht er aus Zeitgründen leider nicht mehr. Wenn ihn die Muse aber mal küsst, dann hat er eine Affinität zu Collagen. Im Augenblick gestaltet er unzählige tolle Collagen mit Sonderpreisetiketten, und wir hoffen, dass die Dauer dieses Musenkusses noch lange anhält!

Schwarmkünstler! Heute: Helga!

Wie möchte ich im Alter sein? Unbedingt wie Helga! So viel Tatkraft, Optimismus und Energie findet man selbst bei der Jugend nicht oft!
Als sie noch berufstätig war – inzwischen genießt sie mit ihren über 70 Lenzen ihren (Un-)Ruhestand -, war Helga eine Lehrerin voller Engagement. Diesen Schwung hat sie noch heute, wenn sie im Schwarm unterwegs ist. Fröhlich geht sie auf alle Leute zu, animiert sie zum Mitmachen und bringt sie zum Lachen.
Ein Markenzeichen von Helga sind die Bonbons, die sie anscheinend ohne Ende in der Tasche hat. Als ich sie beim Bekleben des Zeltes kennenlernen durfte, brachte sie sogar – sehr mütterlich – Leberwurstbrote als Stärkung mit. „Ahle Worscht“(ähnlich wie „Stracke“), sagte die gebürtige Hessin, „gibt es hier ja leider nicht!“ Und schon entwickelte sich beim Kleben ein Gespräch über verschiedenste Wurstspezialitäten bis hin zu Frankfurter Grüner Soße.
Helga bringt immmer Schwung in die Bude. Ein Hobby von ihr ist das Fotografieren, und so ist sie bei Strich-Code auch immer mit ihrer Kamera zu sehen. Wir bewundern Helga für ihren Elan und freuen uns, dass sie als „Projektoma“ so toll im Schwarm mitschwimmt!

Petra Lindrum