Über franzbetz

german artist of sculptures and editions

Abbautermin

Nun neigt sich die Zeit von Strich-Code doch wirklich schon dem Ende zu. Unglaublich, wie schnell die Tage und Wochen verflogen sind!
Leider müssen damit auch wieder die fröhlich-bunten Strich-Code-Farben aus dem Stadtbild verschwinden. Dafür werden wieder viele helfende Hände gebraucht.
Dieser Aufruf geht an alle Schwarmkünstler. Helft mit, die Altstadt, das Museum und das Hands Off wieder von den Preisetiketten zu befreien!
Und bringt genug Papiertaschentücher mit, damit Ihr die Passanten, die sich vor Kummer über die Entfernung der Etiketten nicht mehr halten können, trösten könnt! Oder Euch selbst….

Wir hoffen sehr, dass der Schwarm auch für diese Aktion noch einmal mobilisiert werden kann!

An folgenden Terminen wird abgebaut (8.-13.10.2012):

Montag: 8-12 Uhr, Ballhof, Baum und Säulen
Dienstag: 8-12 Uhr und 17-19 Uhr, Abbau Historisches Museum, Säulen, Laternen (oben)  und Banner

Mittwoch: 8-12 Uhr, Kreuzkirche
Donnerstag: 8-12 Uhr, Hands Off

Freitag: 15-19 Uhr, Hands Off und Schaufenster

Samstag: 10 Uhr, Straßenbahn

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… nur noch 7 Tage!

Nur noch 7 Tage ist die Ausstellung im Hands Off und im Historischen Museum geöffnet.
Hier nochmals die letzten Termine:

Kunstführungen:
Ulrike Enders / Susanne Lindau / Dagmar Schmidt
9.9. – 7.10.2012
Dienstag, 2.10.: 18 Uhr
Samstag, 6.10.: 15 Uhr
Treffpunkt: Foyer im Historisches Museum

Gespräche mit den Sexarbeiterinnen und Künstlern:
Thalia / Dassy im Historischen Museum
Franz Betz / Kerstin Schulz in der Hands Off Table Dance Bar
Sonntag, 30.10: 10 – 12 Uhr, 16 -18 Uhr
Dienstag, 2.10: 15 -19 Uhr
Mittwoch – Freitag, 15 -17 Uhr
Samstag 6.10: 10 – 12 Uhr, 15 -18 Uhr
Sonntag, 7.10: 10 – 12 Uhr, 16 -18 Uhr

„Frauenzimmer“

Etwa 80 bis 100 Zuschauer sahen sich am 18.09.12 im Historischen Museum Hannover den preisgekrönten Dokumentarfilm „Frauenzimmer“ der jungen deutschen Regisseurin Saara Aila Waasner an.
Der Film erzählt höchst eindrucksvoll von drei Frauen über 50, die erst im Alter zur Prostitution gekommen sind. Respektvoll und einfühlsam werden die Frauen und ihr Lebensweg beleuchtet. Sexarbeit wirkt in dem Rahmen, wie diese Frauen sie ausüben, selbstbestimmt und freiwillig. Die Meinung eines Zuschauers dazu war: „Wer kann das für sich und seinen Job schon so sagen?!“
Die anschließende Diskussion brachte Bewunderung für den Film und für den Mut der Frauen, die sich dafür vor der Kamera gezeigt haben, zum Ausdruck. Die Anwesenheit von Karolina Leppert, eine der Frauen im Film, unterstrich die Authentizität noch. Sie wirkte wie eine „Grand Dame“ der Zunft, gleichzeitig aber auch sehr zerbrechlich und mit so sanfter Stimme, dass man sich ihre Domina-Rolle gar nicht recht vorstellen konnte.
Letztlich war es ein wirklich eindrucksvoller Filmabend mit einer anschließenden sehr lebhaften Diskussion. Das engagierte Publikum stellte Karolina Leppert viele interessante Fragen, die von ihr souverän beantwortet wurden.

P. Lindrum

Lesung im Hands Off – Versuch einer Beschreibung

Ins HANDS OFF gegangen
Unbekannt
Ungewohnt
Rotlicht
Leichtes Unbehagen
Wo ist der Notausgang
Laden füllt sich
Chadde und Flenter fangen an zu lesen
Ungewohnter Ort für Lesung
Texte lassen Umgebung vergessen
Interessant
Witzig
Frivol
Hintersinnig
Komisch
Poeten tauen auch langsam auf
Flenter wagt ein Stangentänzchen
Schluss
Applaus
Keine Zugabe
Schade
Tänzerinnen kommen
Drehen sich um die Stangen
Übliches Publikum kommt
Unbehagen kehrt zurück
Gehe
Strich-Code
Kunst und Rotlicht
Rotlicht und Kunst
Umgekehrte Vorzeichen
Neue Erfahrungen
Immer gut

P. Lindrum

Eröffnung der Präsentationsphase

9. September 2012: Kaiserwetter in Hannover! Man könnte auch sagen, ein wunderbares Wetter für alle, die unter freiem Himmel arbeiten müssen. Zu diesen zählen auch viele Sexarbeiterinnen, zumindest zeitweise….
An diesem sonnigen Sonntag hatten auch Thalia und Dassy, die zwei Sexarbeiterinnen, die sich bei Strich-Code engagieren, „Dienst“. Zur Eröffnung der Präsentationsphase traten sie aus dem Schatten ins Licht und posierten am Ende einer langen Rednerreihe in den Käfigen des Rotlichtbezirks im Historischen Museum.
Die Resonanz auf Strich-Code und das Konzept, das dahinter steht, war großartig. Ungefähr 300 Interessierte waren in das Museum gekommen, betrachteten die von den Künstlern ausgestelten Exponate und ließen sich schließlich im Innenhof nieder, wo sie sich geduldig die Reden anhörten. Museumsdirektor, Bordellbetreiber, Phoenix (Beratungsstelle für Prostituierte), Kunstkritiker, Schwarmkünstler, Sexarbeiterin (und zugleich politische Aktivistin) und Journalistin – der Worte wurden viel gemacht. Das erforderte von den Zuhörern einiges an Durchhaltevermögen, war aber immer auch sehr interessant. Am Ende betraten Thalia und Dassy ihre Bühne und dominierten das Geschehen. Die Fotoapparate klickten ohne Ende. Das Blitzlichtgewitter bei der Berlinale ist fast nichts dagegen! Aber nicht nur Fotos wurden gemacht. Viele Besucher nutzten die Gelegenheit und stellten sowohl den Künstlern als auch den beiden Sexarbeiterinnen ihre Fragen. Fast konnte man glauben, dass die allgemeine Diskriminierung und Geringschätzung von Sexarbeiterinnen nicht existent sind. Aber wir wissen, dieser Nachmittag war nicht repräsentativ für die Gesellschaft. Die Wirklichkeit sieht leider anders aus.
Weiter ging es dann auf der von den Schwarmkünstlern in wochenlanger Fleißarbeit geklebten Etiketten-Nabelschnur, die das Historische Museum mit der Tabledance-Bar Hands Off in der Reitwallstraße verbindet. Schwarmkünstler, die sich zur Feier des Tages alle schwarz gekleidet und dann mit Etiketten bunt betackert hatten, mischten sich mit den Ausstellungsbesuchern, folgten der Spur der Etiketten, freuten sich über beklebte Baumskulpturen und mit Etiketten verschönerte Schaufenster, um schließlich im Rotlichtbezirk zu landen, eine Ecke Hannovers, die bestimmt etliche Besucher vorher noch nie betreten hatten. Kunstinteressierte und Rotlichtinteressierte beäugten sich in der Straße bis zum Hands Off neugierig. Schade, dass man die Gedanken nicht lesen konnte!
So einen Besucherandrang hat die Tabledance-Bar so früh am Tage wahrscheinlich noch nie erlebt – und schon gar nicht von so einem gemischten Publikum. Über 80jährige Damen waren an diesem Tag in der Bar keine Seltenheit! Es hat sich aber auch gelohnt. Das Hands Off vermittelt dem Besucher eine gelungene Symbiose zwischen Kunstmuseum und Rotlicht. Die Massen an verklebten Preisetiketten verursachten bei vielen ein ungläubiges Staunen. Die in der Bar positionierten Kunstwerke von Franz Betz, Ulrike Enders, Dagmar Schmidt und Kerstin Schulz zogen immer wieder die Blicke auf sich – genauso wie die Stangen, der Laufsteg und der Fernseher im Hintergrund, wo ein Video lief, das zeigte, wie es am Abend normalerweise im Hands Off zugeht. Wer weiß, wie viele der hauptsächlich Kunstinteressierten nach dem Überschreiten dieser Hemmschwelle auch mal einen Besuch zu für die Tabledance-Bar „normalen“ Zeiten wagen. Am 13.09.12 gibt es jedenfalls schon wieder einen Grund, das Hands Off anzusteuern. Dann findet hier nämlich von 20.00 – 21.00 Uhr die Lese-Show „Über Kunst, Sex und Mäuse“ von Henning Chadde und Kersten Flenter statt. Damit bietet sich die einmalige Gelegenheit, erst den Wortakrobaten zu lauschen, um hinterher den fast schon akrobatischen Bewegungen der Tänzerinnen zuschauen zu können. Wie sagte Charlie Chaplin so schön?: „Ein Nachtclub ist ein Lokal, in dem die Tische reservierter sind als die Gäste!“ Ob er damit Recht hat? Urteilen Sie selbst!

Petra Lindrum

Pressetermin

Am Mittwoch war Pressetermin für Strich-Code. Spannend! Die Stimmung war super.Alle waren äußerst interessiert. Dicke Luft gab es nur – im wahrsten Sinne des Wortes – im Presseraum. Puh! War das da stickig! Ein Wunder, dass die ganzen Zuhörer in dieser schlechten Luft soviel Geduld hatten und nicht fluchtartig ins Freie gestürmt sind!
Der Pressetermin war wirklich ein voller Erfolg! Wir haben das Gefühl, auf einer Welle des Zuspruchs zu schwimmen. Dass so viele positive Berichte über Strich-Code erscheinen, ist natürlich für uns das Gelbe vom Ei! Erst vorgestern der kleine Bericht im NDR-Fernsehen, dann gestern ein Foto auf der Titelseite der HAZ und eine halbe Seite Berichterstattung im Hannover-Teil. Wir danken Thorsten Fuchs von der HAZ. Er hat wieder ganze Arbeit geleistet und einen tollen Artikel geschrieben. Die Fotos von Thalia als lebende Skulptur sind genial. Wir danken Thalia an dieser Stelle auch für das ehrliche Interview.
Strich-Code schlägt richtig Wellen. Gebt mal „Strich-Code Hannover“ bei Google ein und freut Euch mit uns, wo überall über unsere Akton berichtet wird.

Petra Lindrum