Turbulenzen!

Der letzte Dienstag stand ganz unter dem Motto „Zelt betackern im Museum“. Der Innenhof des Museums hallte wider von fröhlichem Getacker und viel Gelächter. Neue Schwarmkünstler stießen zum Schwarm. Eine Gruppe behinderter Mitmenschen entdeckte ihre Liebe zur Schwarmkunst. Sie kümmerten sich vor allem um eine Säule im Museumshof. Eine Rollstuhlfahrerin war ganz entzückt, weil es endlich mal eine Arbeit in der für sie richtigen Höhe gab.
Während des Tackerns entwickelten sich wieder sehr interessante Gespräche, so ging es zum Beispiel um die sexuellen Bedürfnisse von Behinderten und die Schwierigkeiten, mit denen Menschen mit Handicap in dieser Beziehung zu kämpfen haben. Es bleibt zu wünschen, dass in der Gesellschaft in der Zukunft auch mit diesem Thema offener umgegangen wird.
Am Freitag freuten sich alle Schwarmkünstler darauf, das Zelt endlich aufstellen zu können. Die letzten Etiketten wurden geklebt, die Zeltleinen gespannt, das Zelt stand! Kaum aufgebaut, hörte man schon Donnergrollen von Ferne, und dicke schwarze Wolken türmten sich auf. Kerstins Stoßgebet: „Bitte, bitte, Gewitter, zieh vorbei!“ verhallte in Petrus‘ Ohren leider ungehört, denn in diesem Moment öffnete der Himmel seine Schleusen…
„Eine Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ hat Max Frisch mal gesagt. Wäre Herr Frisch am Samstag beim Schwarm dabeigewesen, hätte er vielleicht auch Probleme gehabt, den Zustand des Zeltes nicht „katastrophal“ zu nennen! Das Gewitter und der Hagelsturm vom Freitag hatten das Zelt nicht nur an Etiketten, sondern auch an Form verlieren lassen. An manchen Stellen klebten noch Etiketten, andere wiesen große Lücken auf. Das alles wieder zu reparieren, wäre unmöglich gewesen, noch dazu wo am Samstag, bedingt durch die Urlaubszeit, viel weniger Schwärmer als sonst gekommen waren.
Eine Krisensitzung ergab: Wir machen es ohne Zelt! Der fiktive Rotlichtbezirk wird unter freiem Himmel stattfinden. Ein Jammer, denn das Zeltbetackern hat viele Schwarmkünstler sehr viel Zeit und Mühe gekostet. Nun musste umgedacht werden. Wo sollten jetzt die Käfige, die Skulpturen, der Fototeppich positioniert werden? Was musste unbedingt witterungsgeschützt aufgebaut werden? Es war nicht leicht, zu einem befriedigenden Ergebnis zu kommen, aber zum Schluss waren alle mehr oder weniger zufrieden. Die produktiven Diskussionen hatten zu einem guten Ende geführt. Da hat dann Max Frisch doch wieder Recht behalten: eine Krise ist ein produktiver Zustand!
Nachdem der Museumshof soweit fertig war, ging es in der Tabledance-Bar weiter. Und hier müssen wir uns wirklich nochmal bei Armin entschuldigen. Kerstin hatte – bedingt durch den Stress und ihren Schlafmangel (die Arme hat kaum noch Zeit zum Schlafen!) – eine Benachrichtigungs-SMS, dass die Schwärmer später anrücken würden, versehentlich an Doro statt an Armin geschickt. Der Arme wartete sage und schreibe drei Stunden und war dann tatsächlich noch nicht einmal böse. Im Gegenteil! Danke, Armin, für Dein Verständnis!
Armins Frau Rabea gebührt auch ein riesiges Dankeschön, weil sie, als die Fotos für den Katalog entstehen sollten, spontan für Thalia und Dassy eingesprungen ist, die im Urlaub waren, und wunderbar im Käfig posierte. Die Fotos sind klasse geworden. DANKE!
Bis 20.30 Uhr hat der Schwarm am Samstag im Hands Off das fiktive Museum aufbauen können, dann war Schluss, denn dann war Einlass für die Barbesucher. Die Profi-Tänzerinnen, die nun Arbeitsbeginn hatten, waren von der aufgebauten Kunst ganz entzückt: „Endlich! Unser Museum ist fertig! Toll!“
Und so ging für diesen Teil des Schwarms ein stressiger Aktionstag zu Ende – während ein anderer Teil des Schwarms, nämlich Petra, Susanne und Klaus, noch bis weit nach Mitternacht zuhause am PC und am Schreibtisch saßen, um die letzten Katalogkorrekturen vorzunehmen.

Turbulente Tage und arbeitsreiche Nächte – diese Phase von Strich-Code nähert sich ihrem Ende und wir freuen uns und sind gespannt auf die nächste, die Ausstellungsphase!
Petra Lindrum

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