Goldmedaille für den Schwarm!

Nachdem die Schwarmkünstler am Dienstag Überstunden gemacht haben, sind die Schaufenster ENDLICH fertig geworden. Das war wirklich richtig viel Arbeit! Am Ende waren alle sehr froh, als das letzte Etikett an die Scheiben geklebt wurde.
Die Stimmung am Dienstag war wieder bombastisch. Alle Lachmuskeln wurden trainiert. Von den Ladenbesitzern gab es diesmal zusätzlich zum Kaffee auch noch Gummibärchen. Die steigerten die Leistung ungemein! Hätten sie den deutschen Schwimmsportlern bei den Olympischen Spielen in London auch mal geben sollen!

Nicht unerwähnt wollen wir lassen, dass einige Schwarmkünstlerinnen die Gunst der Stunde nutzten und sich nach getaner Arbeit ins Nagel-Studio in der Knochenhauerstraße begaben, um sich die Fingernägel verschönern zu lassen. Das hätten sie billiger haben können! Orange-rote Preisetiketten machen sich doch auch gut auf den Nägeln oder etwa nicht….?!

Am Freitag haben wir die Knochenhauerstraße verlassen und angefangen, in Richtung Marstall zu etikettieren. Vorher musste aber noch der leider völlig lädierte Baum wieder neu zugeklebt werden. Acht Schwarmkünstler machten zwei Stunden lang Reparaturarbeiten. Liebe Vandalen, es ist doch gerade Maschseefest. Geht doch dorthin, wenn Euch langweilig ist!
Am Marstallplatz haben wir dann noch einen zweiten Baum völlig beklebt. Wir lassen uns nicht unterkriegen! Das wäre ja noch schöner!
Sehr interessant war, dass sich die Diskussionen unter den Schwarmkünstlern änderten, sobald es näher ans Steintorviertel ging. Waren es in der Altstadt noch eher kunstorientierte Gespräche, ging es jetzt in den Diskussionen deutlich sozialkritischer zu. Was da wohl für Schwingungen am Werk sind? Wir werden das weiter beobachten.
Am Abend bekamen wir Besuch von Michael Stoeber, Kunstkritiker aus Hannover. Er verschaffte sich einen Überblick über unsere Aktion, befragte den einen oder anderen Schwarmkünstler und stellte viele kritische Fragen. Das war zum Teil wirklich anstrengend, hat aber auch unsere eigene Sicht auf die Schwarmkunst geschärft und unsere Positionen gefestigt. Insofern hat doch alles auch sein Gutes!

Seit Samstag geht es in der Tabledance-Bar richtig zur Sache. In unserem Fall geht es aber ausschließlich um das Etikettieren. Die eine Hälfte des Schwarms beklebte die Decke – an dieser Stelle vielen Dank für beiden Leitern! -, die andere Hälfte fing an, die Straße vor der Bar mit Preisschildern zu bekleben. Geplant ist ein etwa 50m langer „roter Teppich“. Wie schon berichtet, ist die Stimmung im Steintorviertel anders als noch in der Altstadt. Anfänglich wurde fast schweigend gearbeitet, aber nach und nach taute der Schwarm auf, wurde lockerer und bezog auch wieder Passanten in die Gespräche ein. Von denen kam ein überwiegend positives Echo: Endlich befasst sich mal jemand mit den Problemen der Sexarbeiterinnen!
Ein Dankeschön auch noch an Armin, den Sprecher der Tabledance-Bar „Hands Off“, für die spendierte Cola.
Diese Woche geht es rasant weiter. Die Zeit verrinnt und in zwei Wochen muss alles fertig sein, sonst bekommen wir Terminschwierigkeiten. Aber noch sind wir ganz gelassen. Der Schwarm wird’s schon richten, hat jetzt schon eine Goldmedaille verdient!

Petra Lindrum

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