Schwarmkünstlertreffen am 23.6.

Beim Aufbau ab 9.00 Uhr ist es noch sehr ruhig. Die Straße wirkt verschlafen. Einige kleine Fenster in den Fachwerkhäusern gegenüber öffnen sich.
„Mein Blick fällt auf die Geschäftsinschriften direkt gegenüber vom Museum: „Kostbar“ steht da. „Hingabe“. Ist mir beim ersten Mal gar nicht aufgefallen. Passt ja genau in unsere aktuelle Diskussion zur „Wahren Liebe“.“ (Susanne)
Die ersten Schwarmkünstler kommen. Zwei von ihnen sind extra aus Braunschweig angereist, weil sie die Himmelsstürmer-Kirchenaktion 2011 dort so toll fanden. Kleines, sehr effizientes Team. Kerstin, die von der „Strich-Code“-Ausstellungseröffnung „Franz Betz, Ulrike Enders, Dagmar Schmidt, Kerstin Schulz“ bei der Galerie Schinkel und Sehl mit einem neuen Schwarmkunstwerk, einem Zwitterwesen, zurückkommt, ist zufrieden über den Fortgang der Arbeit.
Vom Ballhof klingt Jazz-Musik herüber. Ein sehr heiterer Vormittag.
Die Leute schlendern entspannt vorbei. Freuen sich über die Kunst, die vor ihren Augen entsteht. Sogar auf englisch werden wir angesprochen und antworten wenig eloquent. Was heißt gleich noch mal „Wert“ auf englisch? Zum Glück ist eine des Französischen mächtigen Schwarmkünstlerin dabei, um einige junge Männer aus Lyon zu informieren.
Im Museum ist an diesem Vormittag wenig los. Die beiden Frauen an der Kasse freuen sich, als wir uns Kaffeemarken kaufen. Das Museumspersonal hat sich schon an die Situation gewöhnt. Ein wenig gehören wir jetzt dazu.
Eine Stadtführerin kommt gezielt mit einer Gruppe von etwa 20 Frauen auf eine Säule zu und sagt: „Und hier entsteht ein Kunstwerk.“ Strich-Code ist damit in die Riege von Hannovers Sehenswürdigkeiten aufgestiegen.
Der Wind ist frisch, mitunter böig. Die Folienschlangen, die beim Etikettieren entstehen, flattern fröhlich wie lange Fahnen im Wind. Auch das macht diesen Vormittag so heiter.
Wir genießen „nach der Arbeit“ im Museumsstübchen gegenüber noch den Blick auf die bekleben Säulen.
Mädchen, die zu einer Geburtstagsgesellschaft gehören, die im Museum feiern will, stibitzen Preisetiketten und kleben sie auf die Geschenke, die sie bei sich tragen. Sie kichern und hüpfen vor Freude. Ob sie eine hohe Zahl gefunden haben?
Wir sehen Passanten und Museumsbesucher, die die Säulen fotografieren oder sich selbst mit den Säulen fotografieren lassen. Eine Frau küsst sogar eine Säule, während ihr Begleiter sie fotografiert: „Wahre Liebe?“

Susanne Lindau

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s