Vier Millionen Etiketten (HAZ 2.6.12)

Vier Millionen Etiketten
Torsten Fuchs
Es ist nicht ihre erste spektakuläre Aktion. Schon das letzte große Projekt der hannoverschen Künstlerin Kerstin Schulz erregte Aufsehen: 2011 beklebte sie den Innenraum der Michaeliskirche in Braunschweig mit Millionen von Preisetiketten. Damals ging es ihr darum, einen drohenden Ausverkauf der Kirchen zu thematisieren. Beim neuesten Projekt könnte die öffentliche Aufmerksamkeit noch ein wenig größer werden: Zusammen mit Ulrike Enders, Dagmar Schmidt, Franz Betz und Susanne Lindau will sie in „Strich-Code“ eine Diskussion über Prostitution in Gang bringen. Dazu will sie in den kommenden Wochen vier Millionen Preisetiketten verkleben: im Rotlichtmilieu am Steintor, auf Gehwegen und im Historischen Museum. Den Hof des Museums wollen die Künstler in einen fiktiven Rotlichtbezirk verwandeln, in dem echte Prostituierte sitzen, ein Etablissement am Steintor machen sie zu einem Kunstmuseum. Die Preisetiketten sollen dazu einladen, sich mit dem „Wa(h)rencharakter von Sexualität und Kunst“ zu beschäftigen, schreiben sie. Die Installationen im Museum und am Steintor sollen vom 9. September an zu sehen sein. Bereits am 19. Juni beginnen die Vorarbeiten für das Projekt. Dazu hofft Kerstin Schulz auf die Hilfe möglichst vieler Hannoveraner: Wer das Großprojekt unterstützen und ebenfalls Preisetiketten verkleben will, kann am 19. Juni um 17 Uhr auf den Ballhofplatz kommen. „Wir benötigen noch viele helfende Hände“, sagt Kerstin Schulz. tof
02.06.2012 / HAZ Seite 18 Ressort: HANN
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